Release and RFQ Playbook
Bohrdaten freigeben: Gate, Fehlermodi und vollständiges RFQ-Datenpaket
Dieser Abschnitt ist als Arbeitsgrundlage für Hardware-Engineering, Qualität und Einkauf gedacht. Er zeigt, welche Informationen vor Kalkulation und Fertigungsfreigabe zusammengeführt werden müssen.
1. Bohrdaten-Freigabe-Gate
Eine Bohrrevision ist freigabefähig, wenn folgende Punkte widerspruchsfrei sind: finaler Stack-up; Drill Map; PTH/NPTH-Klassifizierung; Fertiglochdurchmesser und Toleranz; Via-Span; Annular Ring beziehungsweise Drill-to-Copper; Materialbezeichnungen; Kupfer- und Finish-Anforderungen; Backdrill- und Press-Fit-Definitionen; sowie die geforderten Prüf- und Dokumentationspunkte. Abweichungen zwischen ODB++, Gerber, Excellon, Zeichnung und Bohrtabelle müssen vor Produktionsfreigabe geklärt werden.
2. RFQ-Datenpaket für ein belastbares Angebot
Das RFQ-Datenpaket sollte ODB++ oder vollständige Gerber-Daten, separate Excellon-Dateien, den finalen Stack-up, eine revisionsgeführte Fertigungszeichnung und eine Bohrtabelle enthalten. Kennzeichnen Sie je Tool oder Feature PTH/NPTH, Fertiglochdurchmesser, Toleranz und Via-Span. Ergänzen Sie Backdrill-Seite, Stop-Lage, Rest-Stub und Oversize; bei Press-Fit das Kontakt-Datenblatt, das Fertiglochfenster und die Finish-Anforderung. Nennen Sie außerdem Losgröße, Panelvorgaben und gewünschte Prüfberichte.
3. Häufige Fehlermodi und die passende Gegenprüfung
Fehlermodus: falsche Lochgröße — Gegenprüfung: Fertigloch gegen Bohrtabelle und Plattierungsaufbau. Fehlermodus: beschädigter Annular Ring — Gegenprüfung: Registrierung und Drill-to-Copper. Fehlermodus: Harzschmiere oder ungeeignete Lochwand — Gegenprüfung: materialbezogene Desmear-Route und Mikrosektion. Fehlermodus: unvollständige Microvia — Gegenprüfung: Via-Span, Target Pad und Schliffbild. Fehlermodus: Backdrill zu nah an der aktiven Lage — Gegenprüfung: finaler Stack-up, Tiefenvorgabe und Rest-Stub-Messung.
4. Separate Bohrdaten für jeden Via-Span
Bei Blind-, Buried- und Microvias sollte jeder Verbindungsbereich eindeutig identifizierbar sein. Ein einziges Excellon-File ohne Layer-Zuordnung zwingt CAM zur Interpretation und erhöht das Revisionsrisiko. Benennen Sie die Dateien nach Start- und Ziel-Layer oder liefern Sie ein intelligentes Datenformat mit eindeutiger Net- und Stack-up-Zuordnung.
5. Prüfplan und lieferbare Nachweise
Der Prüfplan sollte zum Ausfallrisiko passen. Mögliche Anforderungen sind Fertiglochmessung, Position oder Registrierung, Mikrosektion, Bewertung des Innenlagenanschlusses, Backdrill-Tiefe oder Rest-Stub sowie dokumentierte Erstmustermerkmale. Legen Sie im RFQ fest, welche Merkmale nur prozessintern überwacht und welche als Bericht oder Abnahmedokument geliefert werden sollen.
6. Referenzrahmen und Verantwortungsgrenze
Für Design- und Abnahmeanforderungen können unter anderem IPC-2221 und IPC-2222 als Designrahmen, IPC-6012 als Leistungs- und Qualifikationsrahmen sowie IPC-A-600 als visuelle Akzeptanzreferenz relevant sein. Die anwendbare Revision, Leistungsklasse und projektspezifische Verschärfung müssen im Auftrag genannt werden. APTPCB bewertet die Herstellbarkeit der gelieferten Leiterplattendaten; die Systemfunktion, Signalintegrität und Eignung des Endprodukts bleiben auf Produktebene vom Kunden zu verifizieren.