Einsatzort und Lastprofil
Einbauzone, Temperaturprofil, Vibration, Feuchte, Chemikalien, Betriebsdauer und Lastwechsel müssen projektspezifisch vorliegen; pauschale Automotive-Werte reichen nicht.

ECU · ADAS · BMS · Leistungselektronik
Eine Automotive-PCB oder Automotive-PCBA ist die elektronische Fertigungsbasis für Steuerung, Sensorik, Kommunikation oder Leistungselektronik im Fahrzeug. APTPCB bewertet diese Baugruppen anhand freigegebener Daten und verbindet DFM/DFT, Beschaffung, Bestückung, vereinbarte Prüfungen und dokumentierte Freigaben zu einem kontrollierten Build-Prozess.
Die Funktion der Baugruppe bestimmt, welche Daten vor DFM/DFT vorliegen müssen und welcher Nachweis für die Losfreigabe sinnvoll ist.
| Baugruppe | Dominantes Risiko | Erforderlicher RFQ-Input | Relevanter Freigabenachweis |
|---|---|---|---|
| ECU, Gateway und Body Controller | Versorgungstransienten, Mixed-Signal-Rückströme, CAN/LIN/Ethernet, Connector- und Variantenfehler | Rail- und I/O-Matrix, Interface- und Terminierungsdaten, Pinout, Stack-up, Firmware, Varianten und FCT-Spezifikation | DFM/DFT, elektrische Prüfung, Programmierverifikation und kundendefiniertes I/O- oder Kommunikations-FCT |
| ADAS, Radar, Kamera und Domain Controller | RF- oder High-Speed-Verlust, Referenzlagen, BGA-Fan-out, Speicher, Takt, Wärme und Kalibrierung | Material und Stack-up, Impedanzen, kritische Netze, RF-Geometrie, Package-Daten, Kühlpfad und Kalibrierablauf | Impedanz- oder Coupon-Nachweis nach Auftrag, Röntgen für verdeckte Lötstellen und definierte Sensor-/Datenpfadprüfung |
| BMS Master, Slave und Junction Board | Messfehler, Leakage, Isolation, Balancing-Wärme, Connector- oder Kanalzuordnung | Zell- und Temperaturschnittstellen, Isolationskonzept, Spannungen, Strompfade, Balancing-Profil, Steckverbinder und Kalibriergrenzen | Netz- und Isolationsprüfung nach Spezifikation, Kanalkontrolle, Programmierung und kundendefiniertes BMS-FCT |
| Inverter, Gate-Driver, OBC und DC/DC | Isolation, Kriech- und Luftstrecken, hoher Strom, schnelle Schaltflanken, thermische Kopplung und Power-Package-Lötstellen | Arbeits- und Transientenspannung, Strom und Duty Cycle, Isolationsanforderung, Kupfer, Slots, Power-Loop, Package- und Kühlkonzept | CAM- und DFM-Freigabe, Röntgen nach Package, elektrische Prüfung sowie kundendefinierter Last-, Isolations- oder FCT-Umfang |
| Beleuchtung, Karosserie und Komfort | LED- und Treiberwärme, Lasttransienten, Feuchte, Connector, Varianten und mechanische Integration | LED- oder Lastprofil, Kupfer- und Wärmepfad, Einbauort, Schutzprozess, Connector, Optikbezug und Variantenmatrix | Bestück- und Polaritätskontrolle, elektrische Prüfung, definierter Licht-/Lasttest und dokumentierte Variantenfreigabe |
| Infotainment, Cluster und Telematik | Speicher- und Display-Signale, RF-Module, Audio, Stromversorgung, thermische Dichte, Firmware und Konfiguration | High-Speed- und RF-Schnittstellen, Antennen-/Moduldaten, Audio- und Displaypfade, Power Tree, Firmware, Keys oder kundenseitige Provisionierung | Röntgen nach Package, Programmiernachweis und kundendefiniertes Display-, Audio-, Netzwerk- oder Kommunikations-FCT |
Die teuersten Fehler entstehen an Schnittstellen zwischen elektrischer Auslegung, Mechanik, Software, Lieferkette und Prüfkonzept.
Einbauzone, Temperaturprofil, Vibration, Feuchte, Chemikalien, Betriebsdauer und Lastwechsel müssen projektspezifisch vorliegen; pauschale Automotive-Werte reichen nicht.
Arbeits- und Transientenspannung, Strom, Duty Cycle, Einschaltfall, Schutzkonzept, Isolationskoordination und Kühlpfad bestimmen Geometrie und Prüfplan.
Schnittstelle, Datenrate oder Frequenz, Zielimpedanz, Referenzlage, Verlustbudget, Terminierung, Connector und Messmethode müssen als zusammenhängender Pfad definiert sein.
Outline, Bohrungen, Slots, Press-fit, Steckverbinder, Gehäusebezug, Kühlkörper, TIM, Verguss und Beschichtung brauchen eindeutige Bezugspunkte und Toleranzen.
Herstellerteilenummern, freigegebene Alternativen, Kritikalität, MSL, Verpackung, Obsoleszenz und kundenspezifische Bauteilqualifikation werden vor Beschaffung kontrolliert.
Image, Bootloader, Programmiertool, Prüfrezept, Testpunkte, Fixture, Lasten, Simulatoren, Golden Sample und Pass/Fail-Limits müssen derselben Revision zugeordnet sein.
Ein risikobasierter Kontrollplan verbindet jeden Fehlermechanismus mit einem präventiven Kontrollpunkt und einem prüfbaren Ergebnis.
| Risiko | Mögliche Ursache | Präventiver Kontrollpunkt | Objektiver Nachweis |
|---|---|---|---|
| Verdeckter BGA-, QFN- oder Power-Package-Defekt | Pad, Stencil, Pastenvolumen, Reflow, Void oder Package-Geometrie | Packagebezogene DFM-, Stencil- und Profilprüfung | SPI, AOI und gezielte Röntgenauswertung im vereinbarten Umfang |
| Überhitzter Strom- oder LED-Pfad | Unvollständiges Lastprofil, Kupferquerschnitt, Via-Anbindung oder Kühlinterface | Strom, Duty Cycle, Kupfer, Temperaturziel und mechanischer Wärmepfad vor Freigabe | Designfreigabe und kundendefinierter Last-/Temperaturtest |
| Reset oder Kommunikationsverlust | Transient, Brownout, Rückstrom, Terminierung, Referenzlage, Connector oder Firmware | Power-Tree-, Interface-, Stack-up- und Startsequenzprüfung | Elektrische Prüfung und FCT mit definierten Versorgungs- und Kommunikationsbedingungen |
| BMS-Kanalabweichung oder Leakage | Routing, Kontamination, Bauteiltoleranz, Isolation, Connector oder Kalibrierung | Kanalzuordnung, Sauberkeit, Isolation und Kalibrierzugang in Daten und Prüfplan | Kanal-, Isolations- oder Kalibriernachweis mit dokumentierten Limits |
| RF-, Radar- oder High-Speed-Pfad außerhalb des Ziels | Material, Kupferprofil, Geometrie, Referenzwechsel, Via oder Launch | Freigegebener Stack-up, kritische Geometrie und Messstrategie | Coupon- oder Leitungsnachweis nach Auftrag; Systemmessung beim Kunden |
| Falsche Hardware-, BOM- oder Firmware-Variante | Unverbundene Revisionen, DNP-Regeln, Alternativen, Image oder Kennzeichnung | Eine gesperrte Konfigurationsbaseline und dokumentierte Änderungsgenehmigung | Build Record, Programmierverifikation, Label- und Variantenkontrolle |
| Feuchte-, Rückstands- oder Coating-Problem | Flux, Reinigung, Maskierung, Materialunverträglichkeit oder unvollständige Aushärtung | Freigegebene Sauberkeits-, Coating- und Keepout-Spezifikation | Vereinbarte Sauberkeits- oder Beschichtungsinspektion; Umweltqualifikation separat |
Kein einzelnes Verfahren beweist Fertigungsqualität, Zuverlässigkeit und Fahrzeugfunktion zugleich; die Kombination folgt dem Fehlerrisiko und dem realen Testzugang.
| Methode | Geeignet für | Benötigter Input | Wichtige Grenze |
|---|---|---|---|
| SPI | Pastenvolumen, Fläche, Höhe und Ausrichtung vor dem Reflow | Stencil-, Pad- und akzeptierte Prozesskriterien | Bewertet weder fertige Lötstelle noch elektrische Funktion |
| AOI | Sichtbare Bestückung, Polarität, Lage und Lötmerkmale | CAD/CPL, Variantenregeln, akzeptierte Merkmale und zugängliche Sicht | Kann verdeckte Anschlüsse und innere Lötstellen nicht vollständig bewerten |
| Röntgen | Verdeckte BGA/QFN/LGA- und Power-Package-Merkmale | Package-, Pad- und projektspezifische Akzeptanzkriterien | Ein Bild allein belegt keine elektrische oder thermische Funktion |
| ICT oder Flying Probe | Netze, Kurzschluss/Unterbrechung und zugängliche Bauteilwerte | Netlist, Testpunkte, Guarding, Fixture- oder Probe-Strategie und Limits | Abdeckung sinkt ohne DFT und ersetzt keine Firmware- oder Systemprüfung |
| Programmierung | Image, Device-ID, Readback, CRC oder definierte Sicherheitsprüfung | Freigegebenes Binary, Tool, Version, Zugriffsregel und Verifikationsmethode | Belegt nicht automatisch richtige Fahrzeugkalibrierung oder Cybersecurity |
| FCT | Definierte Rails, I/O, Kommunikation, Sensor-, Aktuator- oder Lastszenarien | Fixture, Harness, Lasten, Simulatoren, Sequenz, Golden Sample und Pass/Fail-Limits | Prüft nur den vereinbarten Zustand; EMC, Umwelt, Lebensdauer und Fahrzeugintegration bleiben separat |
Jede Stufe schließt einen anderen Risikobereich; kein schneller Prototyp sollte eine fehlende Serienbaseline verdecken.
Funktion, Einsatzort, Datenrevision, Stückzahl, Material, Bauteile, Software, Tests, Traceability und benötigte Qualitätsunterlagen werden eindeutig zugeordnet.
Stack-up, Impedanz, Isolation, Kupfer, Packages, Testzugang, AVL, Alternativen, MSL, Programmierung und Fixture-Bedarf werden vor dem Build geschlossen.
Der erste kontrollierte Build prüft Herstellbarkeit, Montage, Programmierung, Testzugang und Dokumentenfluss; Abweichungen werden vor dem Pilotlos entschieden.
Freigegebene Daten, Serienmaterial, vorgesehene Prozesse, Testmittel und Kennzeichnung erzeugen die Evidenz für die kundenseitige Qualifikation.
Nur vorab vereinbarte Dokumente, Muster, Messungen und Prozessnachweise werden geliefert; Teile- und Systemfreigabe erfolgen durch den Kunden nach seinem Verfahren.
PCB, BOM/AVL, CPL, Firmware, Prüfrezept, Label und Verpackung werden gesperrt. Material-, Prozess-, Standort- oder Revisionsänderungen benötigen den vereinbarten Freigabeweg.
Je vollständiger die Freigabeinformationen, desto belastbarer sind Machbarkeit, Prüfplan, Nachweisumfang, Preis und Termin.
| Paket | Mindestens erforderlich | Warum es die Bewertung verändert |
|---|---|---|
| PCB-Fertigungsdaten | Gerber, ODB++ oder IPC-2581, Bohrdaten, Netlist, Zeichnung, Outline, Panel- und Kennzeichnungsanforderungen | Definiert Geometrie, elektrische Prüfung, CAM-Risiko und Revision |
| Stack-up und Materialien | Lagenfolge, Dicke, Kupfer, Materialhersteller, zugelassene Alternativen, Impedanzen, Coupons und Oberflächenfinish | Steuert SI/RF, Isolation, Wärme, Herstellroute und Messnachweis |
| PCBA-Datensatz | BOM/AVL, CPL, Bestückungszeichnung, DNP, Varianten, Polarität, Press-fit, Handarbeit und Sonderprozesse | Verhindert falsche Teile, Orientierungen, Varianten und Prozessannahmen |
| Elektrische und Umweltlasten | Spannungen, Transienten, Ströme, Duty Cycle, Frequenzen, Einbauort, Temperatur, Vibration, Feuchte, Chemikalien und Lebensdauerprofil | Bestimmt Kupfer, Isolation, Material, Schutz und kundenseitige Qualifikationsplanung |
| Firmware und Konfiguration | Binary, Bootloader, Tool, Version, Schlüsselverantwortung, Readback/CRC, Kalibrierung und Zuordnung zur Hardware | Sichert den reproduzierbaren programmierbaren Lieferstand |
| Prüf- und Akzeptanzplan | SPI/AOI/Röntgen-Umfang, Netlist, ICT/Flying-Probe- oder FCT-Anforderung, Fixture, Limits, Sampling und Reaktion auf Fehler | Verbindet Fehlerrisiko, Testzugang, Kosten und Losfreigabe |
| Qualität und Traceability | Anwendbare Standards, PPAP/PPA-Elemente, Lot- oder Seriennummern, Material- und Prozessnachweise, Aufbewahrung und Änderungsmitteilung | Definiert objektive Evidenz und Auditierbarkeit ohne pauschale Zertifizierungsannahme |
| Programm und Logistik | Prototyp-, Pilot- und Serienmengen, Forecast, Ramp-up, Verpackung, Feuchteschutz, Label, Lieferort und Ersatzteilbedarf | Beeinflusst Beschaffung, Automatisierung, Testmittel, Kapazität, Preis und Termin |
Der mögliche Umfang umfasst Steuergeräte und Gateways, Radar-, Kamera- und Sensor-Interfaces, BMS-Baugruppen, Gate-Driver und Leistungssteuerungen, On-Board-Charger- und DC/DC-Steuerungen, Beleuchtungs- und Karosserieelektronik sowie Infotainment und Telematik. Die Machbarkeit wird anhand der freigegebenen Projektdaten bestätigt.
Für die Leiterplatte werden Gerber, ODB++ oder IPC-2581, Bohrdaten, Stack-up, Zeichnung, Netlist und besondere Merkmale benötigt. Für PCBA kommen BOM/AVL, CPL, Bestückungszeichnung, DNP- und Variantenregeln, Firmware- und Programmiervorgaben, Prüfplan, Last- und Umweltprofil, Stückzahlen, Traceability-, Kennzeichnungs- und Lieferanforderungen hinzu.
Nein. AEC-Q100, AEC-Q101 und AEC-Q200 definieren Qualifikationsanforderungen für bestimmte Halbleiter beziehungsweise passive Bauteile. Die Auswahl solcher Komponenten ersetzt weder die Leiterplatten- und Baugruppenqualifikation noch die Umwelt-, EMC-, Funktions- oder Fahrzeugvalidierung des vollständigen Produkts.
Projektbezogene Qualitäts- und Freigabeunterlagen können nach vorab vereinbartem Umfang bereitgestellt werden. Welche PPAP-, PPA- oder kundenspezifischen Elemente erforderlich sind, welche Vorlagen gelten und wer sie freigibt, muss vor dem Pilotlos festgelegt werden. Eine allgemeine PPAP-Bereitschaft ersetzt keine kundenseitige Teile- oder Serienfreigabe.
Der Prüfplan wird aus Spannung, Strom, Isolation, Package-Mix, Stack-up, Signalpfaden, Testzugang und Fehlerrisiko abgeleitet. SPI, AOI, Röntgen, elektrische Prüfung, ICT oder Flying Probe, Programmierung und FCT decken jeweils nur definierte Merkmale ab. Hochvolt-Sicherheit, RF- oder ADAS-Leistung, EMC und Fahrzeugfunktion müssen zusätzlich am vollständigen System validiert werden.
Nein. Fertigungs- und Baugruppenprüfungen können den freigegebenen Hardwarestand, vereinbarte Merkmale und definierte Funktionen belegen. Funktionale Sicherheit nach ISO 26262 sowie Cybersecurity- und Software-Update-Anforderungen nach UNECE R155 und R156 betreffen den Produkt- und Fahrzeuglebenszyklus und bleiben in der Verantwortung des System- oder Fahrzeugherstellers.
Ja, nach projektbezogener Machbarkeitsprüfung. Der Übergang erfolgt über eine kontrollierte Datenbaseline, DFM/DFT-Freigabe, Prototyp oder Engineering Build, Pilotlos, kundenseitige Qualifikation und eine gesperrte Serienbaseline. Termine, Dokumente und Prüfumfang werden erst nach Prüfung von Technologie, Material, Testmitteln und Stückzahl bestätigt.
Senden Sie Fertigungsdaten, BOM/AVL, Last- und Umweltprofil, Firmware-, Prüf- und Traceability-Vorgaben. Sie erhalten eine projektbezogene Machbarkeits- und RFQ-Rückmeldung.