Design-Best-Practices
Designrichtlinien für Impedanzkontrolle
Erfolgreiche Impedanzkontrolle beginnt bereits in Schaltplan und Layout, lange bevor die Leiterplatte die Fertigung erreicht. Entwickler sollten Impedanzziele für jede Signalklasse im Constraint Manager definieren und diese Anforderungen eindeutig in der Fertigungszeichnung dokumentieren. Eine sauber gepflegte Impedanztabelle mit Lage, Strukturtyp, Zielwert, Toleranz sowie geplanter Leiterzugbreite und -abstand reduziert Interpretationsspielraum und verkürzt DFM-Schleifen.
Routing-Praxis für Leiterzüge
Halten Sie die Leiterzugbreite über das gesamte impedanzkontrollierte Netz konstant. Verjüngen Sie Differenzialpaare an Via-Übergängen nur wenn unbedingt nötig und halten Sie diese verjüngte Zone dann so kurz wie möglich, idealerweise unter 50 mil. Routen Sie Differenzialpaare mit einem Längenausgleich von ±5 mil pro Paar und halten Sie mindestens den dreifachen Leiterzugabstand zu benachbarten Signalen ein, um Crosstalk zu minimieren.
Integrität der Bezugsebene
Jeder impedanzkontrollierte Leiterzug benötigt eine durchgehende, ununterbrochene Bezugsebene direkt daneben. Trennungen, Schlitze oder zu große Anti-Pads in der Bezugsebene verursachen Impedanzsprünge, die sich nicht durch Leiterzugbreiten-Tuning beheben lassen. Muss ein Signal eine Flächentrennung kreuzen, sollte es mit Stützkondensatoren überbrückt werden, wobei in diesem Bereich ein Impedanzverlust akzeptiert werden muss. In mehrlagigen Lagenaufbauten sollten vollständige Masseebenen bevorzugt werden, statt Versorgung und Masse auf derselben Lage aufzuteilen.
Via-Übergänge
Durchkontaktierungen erzeugen in impedanzkontrollierten Pfaden eine kapazitive Diskontinuität. Für Signale oberhalb von 10 Gbps sollten rückgebohrte Vias oder blinde bzw. vergrabene Microvias verwendet werden, um den Via-Stub zu eliminieren. Platzieren Sie Masse-Vias in unmittelbarer Nähe zu Signal-Vias, idealerweise innerhalb von 10 mil, damit der Rückstrompfad erhalten bleibt. Bei Differenzialpaaren muss der Via-zu-Via-Abstand dem Leiterzugabstand entsprechen, damit die Differenzialimpedanz durch den Übergang erhalten bleibt.
Dokumentation für den Fertiger
Fügen Sie Ihrer Fertigungszeichnung eine klare Impedanztabelle hinzu mit Lagenummer, Strukturtyp (Mikrostreifenleitung/Stripline/CPWG), unsymmetrisch oder differentiell, Zielimpedanz in Ohm, Toleranz (±5/8/10%) und Bezugslage. Kennzeichnen Sie außerdem alle Lagen, auf denen Lötstoppmaskenfenster über Impedanzzügen geöffnet werden sollen. Diese Dokumentation erlaubt unserem CAM-Team exakte Simulationen und rechtzeitige Breitenkorrekturen vor Produktionsstart und verkürzt damit Ihre Zeit bis zur Freigabe des Erstmusters.