Avionik und Flugsteuerung
Priorität: kontrollierte Referenzlagen, Kanaltrennung, Stromversorgungssequenz, Revisionsbaseline und kundendefinierte funktionale Grenzwerte.

Konfigurationsgeführte High-Reliability-Fertigung
Aerospace- und Defense-Leiterplatten sind PCB- und PCBA-Baugruppen, deren freigegebene Konstruktion, Materialien, Prozesse, Prüfungen und Nachweise gegen eine vertraglich definierte Baseline geführt werden. APTPCB übersetzt diese Baseline in DFM-, Beschaffungs-, Fertigungs- und Losfreigaben, ohne Produkt- oder Systemqualifikation zu ersetzen.
Diese Matrix verbindet Programmanforderungen mit Fertigungsmaßnahmen und den Nachweisen, die ein Einkauf vor Losfreigabe anfordern kann.
| Kundeneingabe | Fertigungswirkung | Freigabepunkt | Möglicher Nachweis |
|---|---|---|---|
| Anwendbare Spezifikation und Dokumentrevision | Legt Leistungs-, Abnahme- und Dokumentationskriterien fest | Widersprüche und Rangfolge vor Angebot klären | Vertragsprüfung und freigegebene Anforderungsliste |
| Freigegebener Datensatz | Bindet Gerber, ODB++, IPC-2581, Zeichnung, Bohrdaten und Netzliste an einen Revisionsstand | Produktionsdaten nach DFM-Freigabe sperren | Freigabeprotokoll und Fertigungsrevision |
| Material, Stack-up und Kupferaufbau | Bestimmt thermisches, mechanisches und elektrisches Verhalten der Leiterplatte | Materialhersteller, Typ, Alternativen und Substitutionsregel bestätigen | Stack-up, Materialnachweis und dokumentierte Abweichung |
| Kritische Merkmale | Kennzeichnet Impedanz, Via-Struktur, Registrierung, Isolation, Oberflächen oder mechanische Datums | Messmethode, Stichprobe und Grenzwerte vereinbaren | Messbericht, Coupon, Mikrosektion oder Prüfdatensatz nach Auftrag |
| PCBA-BOM, AVL und DNP-Regeln | Steuert Herstellerteilenummern, freigegebene Quellen, Alternativen und Bestückungsumfang | BOM-Risiken und Änderungen vor Materialfreigabe schließen | BOM-Review, Losdaten und genehmigte Alternative |
| Prüf- und Qualifikationsprofil | Definiert elektrische, funktionale oder umweltbezogene Prüfungen und benötigte Prüflinge | Prüfort, Fixture, Software, Abdeckung und Fehlerreaktion festlegen | Prüfprotokoll oder Laborbericht nur im vereinbarten Umfang |
| Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und Aufbewahrung | Verbindet Los, Material, Revision und gegebenenfalls Seriennummer mit den Fertigungsunterlagen | Datenfelder, Format, Aufbewahrungsdauer und Lieferdossier bestätigen | Traveler, CoC, Los- oder Serienliste und vereinbarte Prüfberichte |
Die Bestellung und die freigegebenen Fertigungsdaten definieren den verbindlichen Umfang; eine Branchenbezeichnung ersetzt keine technische Abnahmespezifikation.
Jede Baugruppenfamilie hat andere dominante Risiken. Diese Felder gehören deshalb in RFQ, DFM und Freigabeplan.
Priorität: kontrollierte Referenzlagen, Kanaltrennung, Stromversorgungssequenz, Revisionsbaseline und kundendefinierte funktionale Grenzwerte.
Priorität: Laminatdaten, Kupferrauheit, kontrollierte Impedanz, HF-Geometrie, Coupon-Plan und klare Grenze zur System-RF-Validierung.
Priorität: Arbeitsspannung, Creepage/Clearance, Strompfade, Kupferquerschnitt, thermische Schnittstellen und kundenseitig definierte Lasttests.
Priorität: Low-Noise-Layout, Analog-/Digitaltrennung, Massekonzept, Sauberkeitsanforderung, Kalibrierzugang und FCT-Abdeckung.
Priorität: HDI oder Rigid-Flex, Biegezonen, Stiffener, mechanische Datums, Bauteilhöhen und Montagebeanspruchung.
Priorität: lange Nutzungsdauer, BOM/AVL-Obsoleszenz, Schnittstellenkontinuität, Reparierbarkeit, Konfiguration und wiederkehrende Losfreigabe.
Der Prüfplan sollte von den realen Risiken der Konstruktion ausgehen, nicht von einer pauschalen Liste verfügbarer Geräte.
| Risiko | Mögliche Ursache | Präventiver Kontrollpunkt | Objektiver Nachweis |
|---|---|---|---|
| Via-Barrel- oder Microvia-Interfacedefekt | Material-CTE, Bohr-/Desmear-Prozess, Kupferverteilung oder ungeeigneter Via-Aufbau | Stack-up- und Via-Freigabe sowie prozessbezogene Coupon-Regeln | Elektrische Prüfung, Mikrosektion oder vereinbarter Zuverlässigkeitstest |
| Delamination oder Measling | Materialzustand, Feuchte, Lagerung, Laminations- oder Reflow-Belastung | Material- und Handlingvorgaben, kontrolliertes Prozessfenster | Sichtprüfung, Mikrosektion oder kundendefinierte thermische Bewertung |
| Impedanz- oder Signalintegritätsabweichung | Dielektrikum, Kupferprofil, Ätzgeometrie, Referenzlage oder unfreigegebene CAM-Änderung | Stack-up-Modell, Änderungsrecht und repräsentativer Coupon | TDR-Bericht nach vereinbarter Stichprobe und Grenze |
| Verdeckter Lötstellendefekt | Pastenauftrag, Reflow, Package-Geometrie oder unzureichende Inspektionsabdeckung | DFM/DFT, Prozessprofil und packagebezogener Inspektionsplan | SPI, AOI und Röntgen im vertraglich definierten Umfang |
| Rückstand, Leckstrom oder Korrosion | Flux, Reinigung, Handling, Feuchte oder ungeeigneter Schutzprozess | Sauberkeits-, Reinigungs- und Coating-Spezifikation | Sauberkeitsprüfung oder Coating-Inspektion, wenn bestellt |
| Konfigurations- oder Bauteildrift | Falsche Revision, nicht genehmigte Alternative, Obsoleszenz oder uneindeutige Kennzeichnung | Freigegebene Baseline, Änderungsworkflow und Materialfreigabe | Traveler, BOM-/Losdaten, Kennzeichnung und genehmigte Abweichung |
Verfügbarkeit bedeutet nicht automatische Anwendung. Abdeckung, Stichprobe, Grenzwerte und Berichtspflicht werden im Kontrollplan festgelegt.
| Prüfung | Geeigneter Einsatz | Benötigte Kundeneingabe | Freigabegrenze |
|---|---|---|---|
| Elektrische Prüfung der blanken Leiterplatte | Offene und kurzgeschlossene Netze gegen freigegebene Netzliste | Netzliste, Testklasse und ausgeschlossene Strukturen | Akzeptanz und Datenausgabe nach Bestellung |
| AOI und Mikrosektion | Innenlagenmuster, Registrierung, Lochwand, Via- und Laminationsmerkmale | Kritische Merkmale, Coupon und Abnahmekriterium | Stichprobe und Bericht nach Kontrollplan |
| TDR | Kontrollierte Impedanz an repräsentativen Coupon-Strukturen | Ziel, Toleranz, Struktur, Lage, Maskenbedingung und Coupon-Regel | Messfenster und Losregel nach Auftrag |
| SPI, AOI und Röntgen | Pastenauftrag, sichtbare Bestückungsmerkmale und verdeckte Lötstellen | Package-Liste, Abdeckung, Kriterien und Berichtsformat | Nur die vereinbarte Geometrie und Stichprobe |
| Flying Probe oder ICT | Netz-, Bauteilwert- und Montagefehler bei ausreichendem Testzugang | Testpunkte, Netzliste, Guarding, Grenzwerte und Fixture-Strategie | Abdeckung und Fehlerschwelle laut Testplan |
| Funktionstest | Kundenspezifischer Power-up-, Interface- oder Funktionsumfang | Fixture, Firmware, Testsequenz, Grenzwerte und Golden Unit | APTPCB führt nur die freigegebene Kundenspezifikation aus |
| Umwelt- oder Zuverlässigkeitsqualifikation | Programmbezogene Temperatur-, Vibrations-, Feuchte- oder Lebensdauerbewertung | Profil, Prüflinge, Labor, Monitoring, Grenzwerte und Fehleranalyse | Externer oder vereinbarter Bericht; keine pauschale Standardprüfung |
Anwendbare Dokumente, Datenklassifikation, Lieferumfang, Ausschlüsse und Nachweise werden vor Angebot geklärt.
Stack-up, Material, kritische Merkmale, BOM/AVL, Testzugang und mögliche Abweichungen werden geschlossen.
Der erste kontrollierte Build belegt Fertigbarkeit und erzeugt die vereinbarten PCB-/PCBA-Nachweise.
Der Kunde bewertet Baugruppe und System gegen seine Funktions-, Umwelt- und Zulassungsanforderungen.
Wiederkehrende Lose werden gegen Baseline, Materialstatus, Prüfplan und genehmigte Änderungen freigegeben.
Je vollständiger diese sieben Eingabepakete sind, desto belastbarer werden DFM, Preis, Termin, Prüfplan und Lieferdossier.
| Eingabepaket | Benötigte Inhalte | Entscheidung vor Angebot |
|---|---|---|
| Fertigungsdaten | Gerber/ODB++/IPC-2581, Bohrdaten, Netzliste, Zeichnung, Panel- und mechanische Vorgaben | Revisionsstand und Datenrangfolge |
| Stack-up und Material | Materialtyp, Alternativen, Kupfer, Oberfläche, Impedanz, Via-Struktur und spezielle Handlingregeln | Freigegebene Konstruktion und Änderungsrecht |
| PCBA-Paket | BOM/AVL, Pick-and-Place, Montagezeichnung, DNP, Polarität, besondere Bauteil- und Lötvorgaben | Beschaffungsmodell und Alternativregel |
| Normen und Abnahmekriterien | Dokumentnummer, Revision, Klasse, Addendum, kundenspezifische Merkmale und Rangfolge | Machbarkeit und vertraglicher Geltungsbereich |
| Prüfstrategie | Methode, Abdeckung, Stichprobe, Grenzwerte, Fixture, Software, Golden Unit und Bericht | Wer prüft was und wer gibt frei |
| Konfiguration und Traceability | Kennzeichnung, Serien-/Loslogik, Änderungsmitteilung, Aufbewahrung und Datenfelder | Freigabe-Hold und Genehmigungsweg |
| Lieferung und Nachweise | Menge, Panel/Einzelteil, Verpackung, CoC, Prüfberichte, Materialdaten und besondere Übergabeanforderungen | Vollständiges Lieferdossier und Terminbasis |
Benötigt werden freigegebene Fertigungsdaten, Zeichnung und Stack-up, die anwendbaren Spezifikationen und Abnahmeklassen, Material- und Oberflächenvorgaben, Impedanz- und Prüfanforderungen, BOM/AVL und Bestückungsdaten bei PCBA sowie Regeln für Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit, Abweichungen und Lieferdokumente.
Nein. AS9100D beschreibt Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem für Organisationen der Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsbranche. Wenn eine Lieferantenzertifizierung gefordert ist, müssen aktuelles Zertifikat, Standort und Geltungsbereich vor der Bestellung geprüft werden.
Ja, wenn die anwendbare Dokumentrevision, Klasse, Zusatzanforderungen, Coupon- und Prüfregeln sowie die geforderten Nachweise im RFQ und in der Bestellung definiert und technisch bestätigt werden. Eine Branchenbezeichnung allein legt keine Abnahmeklasse fest.
Je nach Produkt und Vertrag können elektrische Prüfung, AOI, Mikrosektion, TDR, SPI, Röntgen, Flying Probe oder ICT sowie ein kundendefinierter Funktionstest vorgesehen werden. Methode, Abdeckung, Stichprobe, Grenzwerte und Berichtsformat müssen projektbezogen festgelegt werden.
APTPCB arbeitet gegen die freigegebene Daten-, Material- und BOM-Baseline. Alternativen, Abweichungen oder Prozessänderungen werden nur nach dem vereinbarten Benachrichtigungs- und Genehmigungsweg eingesetzt; der wirksame Los- oder Serienstand wird in den Fertigungsunterlagen festgehalten.
Nein. Die Lieferfreigabe belegt nur die im Auftrag vereinbarten PCB- und PCBA-Kriterien. Systemfunktion, Umweltqualifikation, funktionale Sicherheit, EMV, Lufttüchtigkeit, Exportkontrolle und sonstige Programmzulassungen bleiben in der Verantwortung des Kunden und der zuständigen Stellen.
Teilen Sie Fertigungsdaten, Stack-up, BOM/AVL, anwendbare Spezifikationen, Prüfplan und Nachweisanforderungen. Sie erhalten eine projektbezogene Machbarkeits- und RFQ-Rückmeldung.