Definition, Anwendungsbereich und Zielgruppe dieses Leitfadens
Dieser Leitfaden richtet sich an Ingenieure für elektronische Geräte, Einkaufsverantwortliche und Produktmanager, die leistungsstarke Displaymodule beschaffen sollen. Im Mittelpunkt stehen die besonderen Anforderungen der COB-LED-Display-Leiterplatte (Montage des Chips direkt auf der Leiterplatte), bei der nackte LED-Chips direkt auf die Leiterplatte montiert werden, statt verkapselte SMD-Bauteile einzusetzen. Dieses direkte Bondverfahren ermöglicht ultrafeine Pixelabstände unter P1.0, ein überlegenes Wärmemanagement und eine robuste Oberfläche, verlangt gegenüber klassischen Displays aber deutlich präzisere Leiterplattenfertigung.
Sie erhalten hier einen strukturierten Entscheidungsrahmen, der über Grundbegriffe hinaus zu konkreten Spezifikationen führt. Behandelt werden die entscheidenden Materialanforderungen für das Drahtbonden, die Fertigungsrisiken hinter "toten Pixeln" oder Modulverzug sowie die konkreten Validierungstests für die Chargenfreigabe. Ob hochauflösende Indoor-Videowand oder robuster Kontrollraummonitor: Dieser Leitfaden liefert die technischen Kriterien, mit denen sich Lieferanten bewerten und Qualität absichern lässt.
Bei APTPCB (dem Leiterplattenwerk von APTPCB) wissen wir, dass die Leiterplatte in der COB-Technologie nicht mehr nur Träger ist, sondern selbst die Funktion des Gehäusesubstrats übernimmt. Damit wandert die Präzisionslast vom LED-Verpacker zum Leiterplattenhersteller. Dieser Leitfaden soll Ihnen die Prüfliste und das Wissen geben, um diesen Wechsel sicher zu beherrschen und Ihre Displayprodukte an die hohen Anforderungen des modernen visuellen Markts anzupassen.
Wann Sie eine COB-LED-Display-Leiterplatte einsetzen sollten und wann ein Standardansatz besser ist
Wenn Sie die oben beschriebene Fertigungskomplexität verstehen, können Sie besser einschätzen, ob die Leistungsvorteile der Technologie mit direkter Chipmontage auf die Leiterplatte den zusätzlichen Entwicklungsaufwand für Ihre Anwendung rechtfertigen.
Wählen Sie eine COB-LED-Display-Leiterplatte, wenn:
- der Pixelabstand ultrafein ist (< P1.2): Die physikalischen Grenzen von SMD-Gehäusen erschweren hohe Packungsdichte ohne Zuverlässigkeitsverlust. COB erlaubt ein dichteres Anordnen der LED-Chips.
- Haltbarkeit entscheidend ist: Wenn das Display berührt, gereinigt oder starkem Publikumsverkehr ausgesetzt wird, bietet COB eine glatte, verkapselte Oberfläche, die staubdicht, feuchtigkeitsbeständig und stoßfest ist, anders als empfindliche SMD-LEDs.
- Wärmemanagement der Engpass ist: Die direkte Anbindung des Chips an die Leiterplatte beschleunigt die Wärmeableitung über das Substrat und verlängert damit die Lebensdauer der LEDs.
- große Betrachtungswinkel wichtig sind: Da Verkapselungsmasken um einzelne SMDs entfallen, sind breitere Betrachtungswinkel bis 170° ohne Farbverschiebung möglich.
- visueller Kontrast Priorität hat: Die Oberfläche kann mit mattschwarzen Beschichtungen behandelt werden, um extrem hohe Kontrastwerte für hochwertige Indoor-LED-Display-Leiterplatten zu erzielen.
Bleiben Sie bei Standard-SMD-LED-Display-Leiterplatten, wenn:
- der Pixelabstand groß ist (> P2.0): Bei größeren Pixelrastern schrumpft der Kostenvorteil von COB, weil Standard-SMDs dort ausgereift und ausreichend sind.
- Reparierbarkeit unverzichtbar ist: Eine einzelne SMD-LED lässt sich leicht tauschen. Ein toter Pixel auf einem COB-Modul erfordert Spezialausrüstung, um die Verkapselung zu entfernen und den Chip neu zu bonden.
- das Budget die Hauptgrenze setzt: Standard-SMD-Prozesse haben niedrigere Einstiegshürden und geringere Anfangskosten für Werkzeuge als hochpräzise COB-Substrate.
- die Farbhomogenität weniger streng ist: COB ist zwar leistungsfähig, doch das Binning roher Chips und eine gleichmäßige Verkapselung über alle Lose hinweg sind oft aufwendiger als vorklassifizierte SMD-Rollen zu beschaffen.
Spezifikationen für COB-LED-Display-Leiterplatten (Materialien, Lagenaufbau, Toleranzen)

Wenn COB für Ihr Projekt feststeht, müssen Sie als Nächstes ein belastbares Lastenblatt definieren, das bei Oberflächenebenheit und Bondpad-Qualität keinen Interpretationsspielraum lässt.
- Basismaterial (Kern): FR4 mit hohem Tg (Tg > 170°C) ist das Mindestniveau, um Pad-Cratering beim Drahtbonden zu vermeiden. Für Anwendungen mit hoher Helligkeit sollten Metallkern-Leiterplatten (MCPCB) oder aluminiumgestützte Substrate zur besseren Wärmeableitung erwogen werden.
- Oberflächenfinish: ENEPIG (stromloses Nickel, stromloses Palladium, Tauchgold) oder ENIG mit mindestens 2-3 µin Gold. Für zuverlässiges Drahtbonden mit Gold- oder Kupferdraht ist das zwingend. HASL ist wegen seiner Unebenheit nicht akzeptabel.
- Leiterplattendickentoleranz: ±5 % oder besser. Die üblichen ±10 % sind für fugenloses Kacheln von Displaymodulen oft zu ungenau.
- Verzug / Durchbiegung und Verdrehung: < 0,5 % bezogen auf die Diagonale. COB-Module müssen absolut plan sein, damit die Verkapselung gleichmäßig aushärtet und die Module ohne sichtbare Fugen aneinanderstoßen.
- Kupfergewicht: Typischerweise 1 oz oder 2 oz. Mehr Kupfer verbessert die Wärmeverteilung, verlangt aber präzise Ätzkontrolle, um feine Leiterbahnen für hochdichte Verbindungen einzuhalten.
- Lötstoppmaske: Mattschwarz oder ein spezialisiertes hochreflektierendes Weiß, je nach Kontrastziel. Die Maske muss halogenfrei sein und die Aushärtetemperaturen der Verkapselung ohne Verfärbung überstehen.
- Pad-Rauheit: Ra < 0,3 µm. Die Bondpads müssen sehr glatt sein, damit der Draht sicher haftet.
- Minimale Leiterbahn / Abstand: Häufig bis 3 mil / 3 mil (0,075 mm) bei Mini-LED-Anwendungen. Dafür sind HDI-Fähigkeiten nötig.
- Via-Struktur: Gefüllte und überplattierte Vias (Type VII) sind vorzuziehen, damit Verkapselungsmaterial nicht in Bohrungen einsickert und Hohlräume bildet.
- Dimensionsstabilität: Das Material darf sich beim Reflow oder Aushärten nicht nennenswert zusammenziehen oder ausdehnen, sonst werden die LED-Chips fehlpositioniert.
- Sauberkeit: Ionische Verunreinigungen müssen streng begrenzt werden (< 1,0 µg/cm² NaCl-Äquivalent), damit unter der Verkapselung keine Korrosion entsteht.
- Fiducials: Hochkontrastige, freiliegende Metall-Fiducials sind erforderlich, damit das Kamerasystem der Chip-Bondanlage präzise ausrichten kann.
Fertigungsrisiken bei COB-LED-Display-Leiterplatten (Ursachen und Vorbeugung)
Sind die Spezifikationen definiert, müssen Sie die typischen Ausfallmechanismen der COB-LED-Display-Leiterplatte früh antizipieren, um wirksame Qualitätsgates aufzubauen.
Risiko: Drahtbond-Ablösung (Unterbrechung)
- Ursache: Verunreinigte Pad-Oberfläche durch Oxidation oder organische Rückstände oder zu geringe Goldschichtdicke.
- Erkennung: Zugtest während der Einrichtung, elektrische Durchgangsprüfung nach dem Bonden.
- Vorbeugung: Plasmareinigung vor dem Bonden fordern, ENEPIG oder dickes ENIG spezifizieren, strenge Lager- und Haltbarkeitsregeln einhalten.
Risiko: Modulverzug (Kachelprobleme)
- Ursache: CTE-Mismatch zwischen PCB-Substrat, Kupferlagen und Verkapselungsepoxid.
- Erkennung: Laserprofilometrie oder Ebenheitsmessung an fertigen Modulen.
- Vorbeugung: Symmetrische Lagenaufbauten mit Kupferbalance verwenden, Verkapselungsmaterialien mit passendem CTE auswählen, spannungsarme Aushärteprofile einsetzen.
Risiko: "Caterpillar"-Effekt oder sichtbare Bänder
- Ursache: Schwankende Lötstoppmaskendicke oder Farbabweichungen zwischen Losen.
- Erkennung: Sichtprüfung unter kontrollierter Beleuchtung, Messung mit dem Kolorimeter.
- Vorbeugung: Lötstopplack aus einem einzigen Los für das gesamte Projekt beziehen, Schichtdicke der Tinte auf ±5 µm kontrollieren.
Risiko: Die-Drift / Fehlpositionierung
- Ursache: Schlechte Dimensionsstabilität der Leiterplatte oder unzureichende Fiducial-Erkennung.
- Erkennung: AOI nach der Die-Platzierung und vor der Verkapselung.
- Vorbeugung: Materialien mit hohem Tg und geringer Z-Achsen-Ausdehnung verwenden, sicherstellen, dass Fiducials frei von Lötstopplacküberzug bleiben.
Risiko: Delamination der Verkapselung
- Ursache: In der Leiterplatte eingeschlossene Feuchtigkeit oder schwache Haftung zwischen Lötstoppmaske und Epoxid.
- Erkennung: Thermoschockprüfung, akustische Mikroskopie (C-SAM).
- Vorbeugung: Leiterplatten vor dem Bonden trocknen, Oberflächenenergie der Lötstoppmaske auf das Vergussmaterial abstimmen.
Risiko: Elektrische Kurzschlüsse durch Migration
- Ursache: Dendritenbildung zwischen Fine-Pitch-Pads infolge ionischer Verunreinigung und Feuchtigkeit.
- Erkennung: THB-Test (Temperature Humidity Bias).
- Vorbeugung: Strenge Waschprozesse, Ionenkontaminationsprüfung per ROSE-Test an der nackten Leiterplatte.
Risiko: Tote Pixel nach dem Altern
- Ursache: Mikrorisse in Leiterbahnen durch Biegung oder thermische Belastung.
- Erkennung: Alterungstest über mindestens 72 Stunden.
- Vorbeugung: Größere Tropfenverstärkungen an Pad-Übergängen, keine spitzen Leiterbahnwinkel, bei flexiblen LED-Display-Leiterplatten die Biegefähigkeit gezielt verifizieren.
Risiko: Unzureichende Wärmeableitung
- Ursache: Zu wenige Thermal-Vias oder eine dielektrische Schicht mit geringer Wärmeleitfähigkeit.
- Erkennung: Wärmebildaufnahme am laufenden Modul.
- Vorbeugung: Anzahl der Thermal-Vias maximieren, wärmeleitfähige Dielektrika nutzen, Metallkernvarianten prüfen.
Validierung und Abnahme von COB-LED-Display-Leiterplatten (Tests und Grenzwerte)

Um die oben genannten Risiken zu beherrschen, brauchen Sie vor dem Serienstart der COB-LED-Display-Leiterplatte einen belastbaren Validierungsplan.
Ziel: Bondbarkeit verifizieren
- Methode: Wire Pull Test und Ball Shear Test.
- Kriterium: Drahtzugfestigkeit > 5 g bei 1-mil-Draht, Scherfestigkeit > 30 g. Der Ausfallmodus muss Drahtbruch sein, nicht Pad-Ablösung.
Ziel: Oberflächenebenheit verifizieren
- Methode: Leiterplatte auf eine Granitplatte legen und Bow/Twist mit Fühlerlehre oder Laserscanner messen.
- Kriterium: Maximaler Bow/Twist < 0,5 % der Diagonale. Für Kachelmontage zusätzlich Ebenheitsabweichung an der Kante < 0,1 mm.
Ziel: Haftung der Lötstoppmaske verifizieren
- Methode: Gitterschnitttest mit Klebeband nach ASTM D3359.
- Kriterium: Klasse 5B, also 0 % Ablösung. Das ist entscheidend, damit sich die Verkapselung nicht von der Maske löst.
Ziel: Thermische Zuverlässigkeit verifizieren
- Methode: Temperaturwechseltest von -40°C bis +125°C über 500 Zyklen.
- Kriterium: Widerstandsänderung < 10 %, keine Delamination, keine Risse in Lötstoppmaske oder Vias.
Ziel: Ionische Sauberkeit verifizieren
- Methode: Ionenchromatographie oder ROSE-Test.
- Kriterium: < 1,56 µg/cm² NaCl-Äquivalent; für hohe Zuverlässigkeit empfiehlt sich IPC-6012 Class 3.
Ziel: Schichtdicke der Beschichtung verifizieren
- Methode: X-Ray Fluorescence (XRF).
- Kriterium: Nickel 118-236 µin, Gold 2-5 µin bei ENIG. Die Einhaltung der Vorgabe ist für das Drahtbonden entscheidend.
Ziel: Dielektrische Durchschlagsfestigkeit verifizieren
- Methode: Hi-Pot-Test zwischen unabhängigen Stromkreisen und Masse beziehungsweise Substrat bei Metallkernaufbau.
- Kriterium: Kein Durchschlag bei 1000 V DC + dem Zweifachen der Nennspannung.
Ziel: Visuelle Konsistenz verifizieren
- Methode: Kolorimetermessung der Lötstoppmaske im Lab*-Farbraum.
- Kriterium: Delta E < 1,0 zwischen Leiterplatten derselben Charge.
Lieferanten-Checkliste für COB-LED-Display-Leiterplatten (RFQ, Audit, Rückverfolgbarkeit)
Wenn Sie einen Partner wie APTPCB auswählen, prüfen Sie mit dieser Liste, ob der Hersteller wirklich die spezifischen Fähigkeiten für COB-LED-Display-Leiterplatten besitzt und nicht nur allgemeine PCB-Erfahrung.
Gruppe 1: RFQ-Eingaben (was Sie liefern müssen)
- Gerber-Dateien: RS-274X mit klarer Kontur und Fiducials.
- Fertigungszeichnung: Mit Angabe der IPC-Klasse (2 oder 3), Material-Tg und Maßtoleranzen.
- Lagenaufbau-Diagramm: Mit Kupfergewichten, Dielektrikdicken und eventuellen Impedanzanforderungen.
- Nutzenzeichnung: Für die Montage entscheidend; Werkzeugbohrungen und Fiducials auf den Nutzenleisten einschließen.
- Oberflächenfinish-Spezifikation: "Drahtbondfähiges ENIG" oder "ENEPIG" ausdrücklich angeben.
- Lötstoppmasken-Spezifikation: Farbcode, Matt- oder Glanzgrad und Markenpräferenz, zum Beispiel Taiyo.
- Abnahmekriterien: Bezug auf die Validierungstests aus dem vorigen Abschnitt.
- Mengenprognosen: EAU (geschätzter Jahresbedarf) zur Festlegung der Werkzeugstrategie.
Gruppe 2: Fähigkeitsnachweis (was der Lieferant belegen muss)
- Minimale Leiterbahn / Abstand: Kann der Hersteller 3 mil / 3 mil oder feiner zuverlässig ätzen?
- Kontrolle des Oberflächenfinishs: Ist internes XRF vorhanden, um die Goldschicht jeder Charge zu verifizieren?
- Präzision der Lötstoppmaske: Werden die erforderlichen Damm-Breiten zwischen Pads ohne Übergriff erreicht?
- Via-Füllung: Gibt es Harzfüllung und Überplattierung (VIPPO) für plane Oberflächen?
- Materialbevorratung: Sind Materialien mit hohem Tg und Metallkernmaterialien für LED-Anwendungen lagerhaltig?
- Belichtungstechnik: Wird LDI (Laser Direct Imaging) für hochpräzise Registrierung eingesetzt?
Gruppe 3: Qualitätssystem und Rückverfolgbarkeit
- Zertifizierungen: ISO 9001 ist Mindestanforderung, IATF 16949 ist für strenge Prozessführung vorzuziehen.
- AOI-Fähigkeit: Erfolgt AOI an Innen- und Außenlagen?
- Elektrischer Test: Gibt es Nadelbett- oder Adaptertester für Fine Pitch?
- Querschliffanalyse: Können Mikrosektionen geliefert werden, um Via-Qualität und Beschichtungsintegrität zu belegen?
- Rückverfolgbarkeit: Lässt sich eine einzelne Leiterplatte bis zum Materiallos und zu den Daten des Beschichtungsbads zurückverfolgen?
- Saubere Endkontrolle: Erfolgen Endprüfung und Verpackung in kontrollierter Umgebung zur Staubvermeidung?
Gruppe 4: Änderungssteuerung und Lieferung
- PCN-Richtlinie: Werden Sie informiert, bevor Materiallieferanten oder Maskentintenmarken geändert werden?
- Verpackung: Werden vakuumversiegelte Feuchtigkeitsschutzbeutel (MBB) mit HIC verwendet?
- Schutz vor Verzug: Erfolgt der Versand mit Versteifern oder Spezialtrays gegen Verformung im Transport?
- Lieferzeit: Passt die Lieferzeit zur Komplexität, also typischerweise länger bei ENEPIG und COB?
Auswahlregeln für COB-LED-Display-Leiterplatten (Abwägungen und Entscheidungslogik)
Bei den Spezifikationen müssen Sie oft zwischen Leistung, Kosten und Herstellbarkeit abwägen. Die folgenden Regeln helfen bei der Entscheidung für Ihre COB-LED-Display-Leiterplatte.
- Wenn visuelle Fugenlosigkeit Priorität hat: Wählen Sie eine starre Leiterplatte mit hochpräziser Leiterbahnführung und strengen Ebenheitstoleranzen unter 0,3 %. Flexible Substrate sollten Sie vermeiden, sofern die Anwendung keine Krümmung verlangt, da Flex-Schaltungen schwieriger fugenlos zu kacheln sind.
- Wenn Helligkeit und thermische Lebensdauer Priorität haben: Wählen Sie Metallkern-Leiterplatten (MCPCB) oder aluminiumgestütztes FR4. Die Wärmeleitfähigkeit liegt über Standard-FR4, sodass LEDs heller und kühler betrieben werden können.
- Wenn kreative Bauformen Priorität haben: Wählen Sie flexible LED-Display-Leiterplatten oder gebogene LED-Display-Leiterplatten. Rechnen Sie mit höheren Kosten und aufwendigerer Fixierung während des Bondprozesses.
- Wenn Schlagfestigkeit Priorität hat: Wählen Sie GOB-LED-Display-Leiterplatten als Mittelweg. Dabei werden SMD-LEDs eingesetzt und zusätzlich mit einer Schutzschicht vergossen. Das ist günstiger als vollwertiges COB, bietet aber ähnlichen Oberflächenschutz bei etwas geringerer Pixeldichte.
- Wenn Kosten bei mittlerem Pitch (P1.5 - P2.5) Priorität haben: Bleiben Sie bei Standard-SMD auf FR4. Der Aufpreis für COB-Substrate mit ENEPIG und hochwertiger Lötstoppmaske ist dann meist nicht gerechtfertigt.
- Wenn Drahtbond-Zuverlässigkeit Priorität hat: Wählen Sie ENEPIG statt ENIG. Die Palladiumschicht reduziert das Risiko der Schwarzpad-Problematik und erweitert das Prozessfenster für das Drahtbonden.
- Wenn Kontrast Priorität hat: Wählen Sie eine schwarze Lötstoppmaske mit matter Oberfläche. Prüfen Sie aber, ob der Hersteller die engeren Belichtungstoleranzen für schwarze Masken beherrscht, da diese während der Aushärtung UV-Licht stärker absorbieren.
FAQ zu COB-LED-Display-Leiterplatten (Kosten, Lieferzeit, DFM-Dateien, Materialien, Tests)
F: Was treibt die Kosten von COB-LED-Display-Leiterplatten gegenüber Standard-LED-Platinen hauptsächlich? Die größten Kostentreiber sind Oberflächenfinish und Basismaterial. COB-LED-Display-Leiterplatten benötigen hochwertiges ENEPIG oder dickes ENIG für das Drahtbonden, was deutlich teurer ist als HASL. Zusätzlich werden High-Tg-FR4 oder Metallkernmaterialien für Stabilität und Thermik benötigt.
F: Wie unterscheidet sich die Lieferzeit von COB-LED-Display-Leiterplatten von Standard-PCBs? Rechnen Sie mit 3 bis 5 Tagen zusätzlicher Lieferzeit gegenüber Standardplatinen. Die strengen Anforderungen an Oberflächenebenheit, Spezialbeschichtung wie ENEPIG und rigorose Qualitätskontrolle, etwa 100 % AOI und Querschliffe, verlängern den Prozess der Leiterplattenfertigung für die Massenproduktion.
F: Welche DFM-Dateien sollte ich für COB-LED-Display-Leiterplatten zur Prüfung einsenden? Neben Standard-Gerbern sollten Sie eine detaillierte Nutzenzeichnung und, falls vorhanden, einen Bondplan mitsenden. Die Sperrzonen für den Verkapselungsdamm müssen klar definiert sein. Unsere DFM-Richtlinien helfen bei der sauberen Strukturierung dieser Unterlagen.
F: Kann ich Standard-FR4 für COB-LED-Display-Leiterplatten einsetzen? Das ist riskant. Standard-FR4 mit Tg 130-140°C kann bei den Temperaturen für Drahtbonden und Aushärten zu weich werden und dadurch Pad-Instabilität oder Verzug verursachen. Wir empfehlen klar High-Tg-Materialien mit Tg > 170°C oder Metallkern-Leiterplatten.
F: Welche Abnahmekriterien gelten für die Ebenheit von COB-LED-Display-Leiterplatten? Bei High-End-Displays zielen wir auf Durchbiegung und Verdrehung unter 0,5 %. IPC Class 2 erlaubt zwar 0,75 %, doch das ist für nahtloses Kacheln von COB-Modulen meist zu großzügig. Die engere Toleranz sollte in den Fertigungsunterlagen ausdrücklich stehen.
F: Wie prüfen Sie die Zuverlässigkeit der Drahtbondpads? Wir führen Schertests und Drahtzugtests an Testcoupons im Produktionsnutzen durch. So lässt sich sicherstellen, dass Haftung und Härte der Beschichtung die Anforderungen an zuverlässiges Bonden erfüllen, ohne Serienplatinen zu zerstören.
F: Ist eine GOB-LED-Display-Leiterplatte dasselbe wie COB? Nein. GOB (Glue on Board) verwendet Standard-SMD-Bauteile, die gelötet und danach mit einer Schutzschicht überzogen werden. COB montiert den nackten LED-Chip direkt auf die Leiterplatte. COB ermöglicht feinere Pixelabstände, GOB ist eher eine Robustheitssteigerung für Standardraster.
F: Unterstützen Sie flexible LED-Display-Leiterplatten für COB? Ja, wir fertigen Flex-PCB-Substrate für COB. Diese benötigen allerdings spezielle Werkzeuge, damit die flexible Leiterplatte beim Die-Bonden und bei der Verkapselung absolut plan gehalten wird.
F: Welches Oberflächenfinish ist für COB-LED-Display-Leiterplatten am besten geeignet? ENEPIG ist der Goldstandard. Es bietet sowohl beste Lötbarkeit für Bauteile als auch beste Bondbarkeit für Gold- und Kupferdrähte. Dickes ENIG ist eine mögliche Alternative, trägt aber ein höheres Risiko für Schwarzpads, wenn der Prozess nicht eng kontrolliert wird.
Ressourcen für COB-LED-Display-Leiterplatten (verwandte Seiten und Werkzeuge)
- Metallkern-Leiterplatten: Aluminium- und kupferbasierte Substrate für die hohe thermische Leistungsdichte von COB-Displays.
- HDI-Leiterplatten: Hintergrund zur High-Density-Interconnect-Technologie, die für Fine-Pitch-Signalführung in Mini-LED- und Micro-LED-COB-Boards oft erforderlich ist.
- PCB-Oberflächenfinishs: Vergleich von ENEPIG, ENIG und anderen Oberflächen, um die Bedeutung des Finishs für zuverlässiges Drahtbonden zu verstehen.
- Flex-PCB: Möglichkeiten und Grenzen beim Entwurf flexibler oder gebogener COB-Displaymodule.
- PCB-Qualität: Überblick über unsere Qualitätssicherung mit Zertifizierungen und Prüfmitteln zur Verifikation Ihrer Freigabekriterien.
Angebot für COB-LED-Display-Leiterplatten anfordern (DFM-Prüfung + Preis)
Bereit für den nächsten Schritt? Fordern Sie ein Angebot an, und unser Entwicklungsteam führt vor der Preisermittlung eine umfassende DFM-Prüfung durch, um potenzielle Bond- oder Ebenheitsprobleme früh zu erkennen.
Für ein möglichst präzises Angebot und belastbares DFM-Feedback senden Sie bitte mit:
- Gerber-Dateien: im RS-274X-Format.
- Details zum Lagenaufbau: Kupfergewicht, Dielektrikdicke und Gesamtdicke.
- Materialspezifikation: Tg-Anforderung oder Metallkernvorgaben.
- Oberflächenfinish: ENEPIG oder drahtbondfähiges ENIG klar angeben.
- Volumen: Prototypenmenge im Verhältnis zum Ziel für die Massenproduktion.