Präzise Regeln für Lötstoppmasken-Freistellung und Stegbreiten sind die wirksamste Einzelmaßnahme, um Bestückungsfehler wie Lötbrücken und Tombstoning in hochdichten Designs zu vermeiden. Für Einkaufsteams und Entwicklungsingenieure geht es dabei immer um den Ausgleich zwischen engem Bauteilraster und den physikalischen Grenzen des Leiterplattenprozesses. Dieser Leitfaden bündelt technische Vorgaben, Risikobewertungen und Validierungsschritte, damit Ihr Layout zuverlässig in eine Serie mit hoher Ausbeute überführt werden kann.
Kernaussagen
- Standardregel für die Freistellung: Halten Sie um Kupferpads eine minimale Lötstoppmasken-Freistellung von 2 mil (50 µm) pro Seite ein, also insgesamt 4 mil zusätzliche Öffnung im Durchmesser, um Registriertoleranzen abzufangen.
- Minimale Stegbreite: Der Lötstoppsteg zwischen zwei Pads sollte in der Regel mindestens 4 mil (100 µm) bei grüner Maske und 5 mil (125 µm) bei anderen Farben betragen, damit er sicher auf dem Laminat haftet.
- Einfluss der Farbe: Grüne Lötstoppmaske bietet die höchste Auflösung und erlaubt die kleinsten Stege; schwarze oder weiße Masken benötigen wegen anderer Aushärtungseigenschaften oft größere Freistellungen.
- NSMD vs. SMD: Pads ohne maskendefinierte Kante (NSMD) sind für die BGA-Zuverlässigkeit meist die bessere Wahl, während maskendefinierte Pads (SMD) dort genutzt werden, wo Padgröße oder Pitch extrem kritisch sind.
- Vermeidung von Slivern: Vermeiden Sie Maskensliver unter 3 mil (75 µm), weil sich diese schmalen Reststücke beim Bestücken ablösen und die Lotpaste verunreinigen können.
- Validierungstipp: Fordern Sie im DFM-Bericht immer einen gezielten Check der Lötstoppmaske an, um Bereiche zu erkennen, in denen der Hersteller wegen Prozessgrenzen Stege per Gang Relief entfernen würde.
- Registriertoleranz: Die übliche Fertigungstoleranz für die Maskenausrichtung liegt bei ±2 bis ±3 mil; Ihr Design muss diesen Versatz aufnehmen, ohne benachbartes Kupfer freizulegen.
Umfang, Entscheidungskontext und Erfolgskriterien
Bei der Beschaffung von Leiterplatten mit Fine-Pitch-Bauteilen wie BGA, QFN oder 0201-Passiven entscheidet die Lötstoppstrategie direkt über die Bestückungsausbeute. Die Entscheidung betrifft deshalb nicht nur die Optik, sondern die physische Barriere, die verhindert, dass Lot an unerwünschte Stellen läuft.
Typischerweise wird das Thema beim Übergang vom Prototyp in die Serie kritisch. Ein Prototypenfertiger arbeitet womöglich mit Laser Direct Imaging (LDI) und engen Toleranzen, während ein Volumenlieferant mit klassischer Fotobelichtung deutlich lockerere Regeln verlangt. Wer diese Erwartung früh angleicht, vermeidet späte EQs und Verzögerungen in der Fertigung.
Erfolgskriterien:
- Keine Lötbrücken: Der Lötstoppsteg trennt benachbarte Pads während des Reflow-Prozesses zuverlässig.
- 100 % freie Pad-Oberfläche: Die Lötstoppmaske greift nicht in die lötbare Fläche des Pads ein, sofern das Pad nicht bewusst als SMD ausgelegt ist.
- Stabile Haftung: Lötstoppstege lösen sich bei Temperaturwechsel oder mechanischer Belastung nicht ab.
- Saubere Registrierung: Die Maske liegt innerhalb von ±2 mil zur Kupferlage und bildet gleichmäßige Freistellringe um die Pads.
- Beherrschte Grenzfälle: Bereiche mit Gang Relief bei sehr feinem Pitch werden ohne zusätzliche Brückenbildung umgesetzt.
Spezifikationen, die vorab festgelegt werden müssen
Damit Ihr Leiterplattenhersteller die Baugruppe nicht mit ständigen Rückfragen blockiert, sollten die relevanten Lötstoppmasken-Parameter in Fertigungsnotizen oder Masterzeichnung klar definiert sein. Unscharfe Vorgaben wie „Standardmaske“ führen fast immer dazu, dass der Hersteller seine eigenen Default-Werte ansetzt, die nicht zu Ihrer Packungsdichte passen müssen.
Checkliste der Kernvorgaben:
- Maskentyp: Liquid Photoimageable (LPI) ist der Industriestandard. Geben Sie IPC-SM-840 Klasse T für Telekommunikation/hohe Zuverlässigkeit oder Klasse H für hohe Leistung an.
- Freistellmethode: Legen Sie ausdrücklich fest, ob Pads als NSMD oder SMD ausgeführt werden.
- Regel: Bei NSMD gilt Freistellung = Pad-Durchmesser + 4 mil (0,1 mm).
- Minimale Stegbreite:
- Grünes LPI: mindestens 4 mil (0,1 mm).
- Schwarz/Blau/Rot/Weiß: mindestens 5 mil (0,125 mm).
- Warum: Pigmente beeinflussen die UV-Durchdringung während der Aushärtung; dunklere Farben härten langsamer aus und bilden weniger feine Details sauber ab.
- Maskendicke:
- Über Leitern: mindestens 0,5 mil (12,7 µm).
- Über Laminat zwischen Leitern: typisch 1,0 mil (25,4 µm).
- Via Tenting: Definieren Sie, ob Vias abgedeckt, verschlossen oder offen bleiben sollen.
- Grenze: Tenting ist in der Regel nur bei Vias unter 12 mil (0,3 mm) Durchmesser zuverlässig.
- Registriertoleranz: Legen Sie die zulässige Fehlregistrierung fest.
- Standard: ±3 mil.
- Fortgeschritten (LDI): ±1 bis ±2 mil.
- Sliver-Entfernung: Fordern Sie, alle Maskensliver unter 3 mil zu entfernen, damit nichts abblättert.
- Schwelle für Gang Relief: Legen Sie fest, ab welchem Pitch Stege vollständig entfernt werden sollen.
- Typisch: Ist der Abstand zwischen Pads kleiner als 4 mil, wird ein gemeinsamer Maskenblock um die Padgruppe geöffnet.
- Via Plugging: Bei Via-in-Pad sollte IPC-4761 Typ VII, also gefüllt und verschlossen, spezifiziert werden.
- Wechselwirkung mit der Oberfläche: Stellen Sie sicher, dass die Maske mit der gewählten Oberfläche wie ENIG oder HASL kompatibel ist.
- Hinweis: HASL braucht größere Freistellungen als ENIG, um Lötbrücken an der Maskenkante zu vermeiden.
- Auflösung: Geben Sie an, ob für feine Strukturen LDI gefordert ist.
- Aushärtung: Definieren Sie Nachhärte-Anforderungen, wenn hohe Bestückungstemperaturen zu erwarten sind.
Tabelle der Schlüsselparameter:
| Parameter | Standard (grün) | Erweitert (grün/LDI) | Nicht-grüne Farben |
|---|---|---|---|
| Min. Stegbreite | 4 mil (100 µm) | 3 mil (75 µm) | 5 mil (125 µm) |
| Freistellung pro Seite | 2-3 mil (50-75 µm) | 1,5-2 mil (38-50 µm) | 3 mil (75 µm) |
| Registriertoleranz | ±3 mil | ±1,5 mil | ±3 mil |
| Min. Sliverbreite | 4 mil | 3 mil | 5 mil |
| Max. Via-Durchmesser für Tenting | 12 mil | 10 mil | 12 mil |
| Pitch für Gang Relief | < 0,5 mm | < 0,4 mm | < 0,65 mm |
| Maskendicke | > 0,8 mil | > 0,5 mil | > 1,0 mil |
| Auflösung | Fotofilm | LDI | Fotofilm |
Wesentliche Risiken
Wer Regeln für Freistellung und Stegbreite nicht sauber einhält, verlagert erhebliche Risiken in die Bestückung. Wenn Sie die typischen Fehlerbilder kennen, können Sie die passenden Gegenmaßnahmen schon im Layout und in der Lieferantenvorgabe verankern.

1. Lötbrücken (Kurzschlüsse)
- Ursache: Der Lötstoppsteg zwischen zwei Pads ist zu schmal, also unter 4 mil, oder wurde per Gang Relief entfernt, ohne dass die Schablone angepasst wurde. Beim Reflow läuft die Lotpaste zwischen die Pads.
- Früherkennung: Ein Check nach DFM-Richtlinien meldet unzureichende Stegbreiten.
- Vorbeugung: Halten Sie die Stegbreite bei mindestens 4 mil. Wenn der Pitch das nicht zulässt, darf Gang Relief auf der Leiterplatte nur zusammen mit reduzierter Schablonenapertur eingesetzt werden.
2. Maskenübergriff
- Ursache: Die Freistellung ist mit unter 2 mil zu knapp und trifft auf normale Fehlregistrierung. Die Maske überlappt dadurch das Kupferpad und verschlechtert die Benetzung.
- Früherkennung: Sichtprüfung der Gerberdaten; kritisch sind Maskenöffnungen, die ohne Expansion identisch zur Padgröße angelegt sind.
- Vorbeugung: Legen Sie Pad + 4 mil als Freistellung aus. Wenn der Platz knapp ist, hilft LDI mit engerer Registrierung.
3. Maskensliver
- Ursache: Zwischen Pads oder Leiterzügen bleiben sehr schmale Maskenreste stehen. Diese haften schlecht, können sich lösen und anschließend die Baugruppe oder Schablonenöffnungen kontaminieren.
- Früherkennung: CAM-Analyse aller Maskenmerkmale unter 3 mil.
- Vorbeugung: Definieren Sie eine Regel, nach der jede Maskenstruktur unter 3 bis 4 mil entfernt wird. Eine etwas größere Öffnung ist besser als ein lose stehender Sliver.
4. Tombstoning
- Ursache: Ungleichmäßige Freistellung oder Fehlregistrierung erzeugen beim Reflow unsymmetrische Benetzungskräfte. Wenn eine Padseite teilweise von Maske bedeckt ist und die andere nicht, richtet sich das Bauteil auf.
- Früherkennung: Prüfung von PCB-Schablone und Registrierdaten der Maske.
- Vorbeugung: Für 0402 und kleinere Bauteile hochpräzises LDI verwenden und auf symmetrische Maskenexpansion achten.
5. Ausfall beim Via Tenting
- Ursache: Große Vias über 12 mil werden mit flüssiger Maske abgedeckt. Die Maske sackt ab oder reißt, wodurch Chemikalien eingeschlossen werden oder Lot in das Via gezogen wird.
- Früherkennung: Schliffbilder, in denen gebrochene Tents sichtbar werden.
- Vorbeugung: Vias bei Bedarf per Typ VI oder VII verschließen oder den Durchmesser für Tenting unter 12 mil halten.
6. Delamination
- Ursache: Unzureichende Aushärtung oder verschmutzte Kupferoberflächen vor dem Maskenauftrag. Hinzu kommen Stege, die für das jeweilige Material zu schmal sind und deshalb nicht ausreichend haften.
- Früherkennung: Klebebandtest nach IPC-TM-650 2.4.28.
- Vorbeugung: Mindeststege abhängig von der Maskenfarbe einhalten und die Oberflächenvorbereitung wie Bims- oder chemische Reinigung absichern.
7. Freiliegende Leiterzüge
- Ursache: Die Freistellung um ein Pad legt einen angrenzenden Leiterzug frei, der zu nah an der Padkontur verläuft.
- Früherkennung: DRC-Prüfung für Masken-zu-Leiter-Abstand.
- Vorbeugung: Zwischen Maske und Leiter mindestens 2 bis 3 mil Abstand halten und Leiterzüge aus den Pad-Randbereichen herausführen.
8. Kosmetische Beanstandungen
- Ursache: Matte Oberflächen oder nicht-grüne Farben werden ohne angepasste Prozessparameter gefertigt, was Kratzer oder ungleichmäßige Texturen begünstigt.
- Früherkennung: Sichtprüfung nach definierten optischen Standards.
- Vorbeugung: Akzeptanzkriterien für kosmetische Merkmale klar festlegen, zum Beispiel nach IPC-A-600 Klasse 2 oder 3.
Validierung und Abnahme
Vor der Freigabe einer PCB-Lieferung sollte geprüft werden, ob die Lötstoppmaske die vorgegebenen Regeln tatsächlich erfüllt. So verhindern Sie, dass fehlerhafte Leiterplatten in den deutlich teureren Bestückungsschritt gelangen.
Tabelle der Abnahmekriterien:
| Test / Inspektion | Methode | Abnahmekriterium | Stichprobe |
|---|---|---|---|
| Sichtprüfung Registrierung | 10x-Vergrößerung | Fehlregistrierung < 2 mil oder gemäß Spezifikation; kein Übergriff auf Pads | 100 % oder AQL 0,65 |
| Haftungstest | IPC-TM-650 2.4.28 (Tape Test) | Keine Maskenablösung am Klebeband, Bewertung 5B | 2 Panels pro Los |
| Lösemittelbeständigkeit | IPC-TM-650 2.3.42 | Kein Erweichen, keine Blasenbildung, keine Klebrigkeit nach Lösemittelkontakt | 1 Panel pro Los |
| Härte | IPC-TM-650 2.4.27.2 (Bleistift) | Typisch mindestens 6H | Periodisch |
| Prüfung der Stegbreite | Optische Messung | Stegbreite ≥ 4 mil oder gemäß Spezifikation; keine fehlenden Stege außer bei definiertem Gang Relief | 5 Stellen pro Panel |
| Sliver-Check | Sichtprüfung / AOI | Keine ablösenden Sliver und kein loses Material | 100 % |
Validierungsschritte:
- Gerber-Review: Vor Fertigungsstart die Lötstoppmaskenlage auf die Kupferlage legen und prüfen, ob die Expansion dem 1:1-Pad plus Toleranz entspricht, typischerweise insgesamt 4 mil.
- Erstbemusterung: Auf dem ersten Panel die realen Stegbreiten messen. Wenn das Design 4 mil fordert, der Hersteller aber wegen Registrierung real nur 3 mil stehen lässt, muss die Haftung dennoch nachgewiesen werden.
- Schliffanalyse: Bei Hochspannungs- oder Hochzuverlässigkeits-Boards bestätigt der Schliff die Maskendicke über der „Kniezone“ der Kupferleiter und damit die erforderliche Isolation.
- Lötbarkeitstest: Sicherstellen, dass keine unsichtbaren Maskenrückstände auf den Pads verbleiben, die das Löten behindern.
Checkliste zur Lieferantenqualifizierung
Nutzen Sie bei der Auswahl eines PCB-Herstellers diese Punkte, um dessen Eignung für Ihre Regeln zu Freistellung und Stegbreite zu bewerten.
- Anlagenfähigkeit:
- Arbeitet der Lieferant mit Laser Direct Imaging (LDI)? Für Stege unter 3 mil und enge Registrierung ist das essenziell.
- Welche minimale Stegbreite kann er für grüne gegenüber schwarzen Masken sicher halten?
- Prozesskontrolle:
- Gibt es eine automatisierte optische Inspektion (AOI) der Lötstoppmaskenlage?
- Ist dokumentiert, wann und wie Gang Relief angewendet wird?
- Datenhandling:
- Führt der Lieferant einen gezielten DFM-Check auf Maskensliver durch und meldet die Ergebnisse zurück?
- Können ODB++ oder IPC-2581 verarbeitet werden, um Übersetzungsfehler gegenüber Gerbern zu reduzieren?
- Materialoptionen:
- Sind Hochleistungs-Lötstoppmasken wie Taiyo PSR-4000 für HDI-Leiterplatten verfügbar?
- Kann der Lieferant matte und glänzende Oberflächen anbieten und deren DFM-Auswirkungen erklären?
- Qualitätssicherung:
- Werden regelmäßige Tape-Tests je Los durchgeführt?
- Besteht eine Rückverfolgbarkeit zwischen Chargennummer der Maske und PCB-Los?
- Zertifizierungen:
- Liegt eine Zertifizierung nach IPC-6012 Klasse 2 oder 3 vor?
- Erfüllt das Maskenmaterial UL 94V-0?
- Kapazität:
- Kann der Lieferant diese Toleranzen auch in der Serienfertigung halten und nicht nur im Prototypenbau?
- Kommunikation:
- Wird eine detaillierte EQ-Liste bereitgestellt, wenn Ihre Maskenregeln außerhalb der Fertigungsgrenzen liegen?
Auswahlhilfe
Die richtige Konfiguration für Lötstoppmasken-Regeln entsteht immer aus einem Abwägen von Packungsdichte, Kosten und Zuverlässigkeit. Die folgenden Entscheidungsregeln helfen bei der Festlegung.

- Wenn der Pitch ≥ 0,5 mm ist: Verwenden Sie NSMD-Pads mit einem Steg von 4 mil. Das ist die robuste Standardlösung für BGA-Zuverlässigkeit.
- Wenn der Pitch < 0,4 mm ist: Möglicherweise ist Gang Relief unvermeidbar. Dann muss die Schablonenapertur verkleinert werden, damit keine Brücken entstehen.
- Bei schwarzer oder weißer Maske: Erhöhen Sie die minimale Stegbreite auf 5 bis 6 mil. Reicht die Dichte dafür nicht aus, wechseln Sie auf Grün oder kalkulieren Sie LDI plus Spezialtinten ein.
- Bei Fine-Pitch-BGA: Priorisieren Sie NSMD, um die Belastung der Lötstelle zu reduzieren, stellen Sie aber sicher, dass der Hersteller die Registrierung halten kann, ohne Leiterzüge freizulegen.
- Bei 0201 oder kleineren Passiven: SMD-Pads können sinnvoll sein, wenn Pad-Lifting kritisch ist; die effektiv lötbare Fläche wird dadurch allerdings kleiner.
- Bei Hochspannung: Freistellungen und Stege maximieren, um Überschläge zu vermeiden. In Hochspannungsbereichen kein Gang Relief vorsehen.
- Bei HASL: Wenn möglich auf 3 mil pro Seite gehen. Das Verfahren ist unruhiger, und enge Maskenkanten können Lotkugeln festhalten.
- Bei ENIG: Engere Freistellungen von 2 mil pro Seite sind eher realistisch, weil die Oberfläche plan ist und chemisch, nicht mechanisch, erzeugt wird.
- Bei Via-in-Pad: Das Via muss nach IPC-4761 Typ VII gefüllt und verschlossen werden. Reines Tenting genügt nicht.
- Wenn der Preis dominiert: Bleiben Sie bei grünem Standard-LPI, 4 mil Stegen und 3 mil Freistellung. Schärfere Regeln treiben den Fertiger auf langsamere und teurere LDI-Prozesse.
FAQ
1. Kann ich null Freistellung, also eine 1:1-Maskenöffnung, vorgeben, um Platz zu sparen? Im Regelfall nein. Die meisten Hersteller erweitern die Maskenöffnung automatisch um 2 bis 4 mil, um Registriertoleranzen abzufangen. Bei 1:1 riskieren Sie Maskenübergriff auf das Pad, sofern Sie nicht hochpräzises LDI einkaufen und niedrigere Ausbeute akzeptieren.
2. Was ist der Unterschied zwischen NSMD und SMD? Bei NSMD ist die Maskenöffnung größer als das Kupferpad, sodass ein schmaler Laminatring frei bleibt. Bei SMD ist die Öffnung kleiner als das Pad und die Maske bedeckt die Padkante. Für die BGA-Bestückung wird NSMD meist bevorzugt, weil die Lötstelle besser verankert ist.
3. Warum entfernt der Fertiger meine Lötstoppstege immer wieder? Wenn Ihr Design die Mindeststegbreite unterschreitet, etwa 2 mil vorsieht, der Hersteller aber 4 mil braucht, wird der CAM-Ingenieur den Steg entfernen, damit kein instabiler Sliver stehen bleibt. Das ist Gang Relief. Prüfen Sie daher die Fertigungsmöglichkeiten des Lieferanten vor dem Layoutabschluss.
4. Wie beeinflusst die Maskenfarbe die Stegregeln? Grüne Maske ist prozessseitig am leistungsfähigsten und erlaubt die kleinsten Stege von etwa 3 bis 4 mil. Schwarze, weiße und blaue Pigmente verändern die UV-Aushärtung, wodurch schmale und hohe Stege schwerer sauber durchhärten. Deshalb brauchen nicht-grüne Farben meist 5 bis 6 mil.
5. Was bedeutet die Annular-Ring-Regel bei der Lötstoppmaske? Gemeint ist der Freistellring um ein Pad. Wenn Bohrtoleranz und Maskenregistrierung jeweils bei ±3 mil liegen, brauchen Sie genügend Reserve, damit weder Bohrung noch Pad teilweise von Maske bedeckt werden. Ein Freistellring von 2 mil, also 4 mil mehr Öffnungsdurchmesser, ist in der Regel das sichere Minimum.
6. Kann ich Vias mit Lötstoppmaske abdecken, um sie zu schützen? Ja, aber nur bei kleinen Vias, typischerweise unter 12 mil beziehungsweise 0,3 mm. Größere Vias lassen die flüssige Maske einsacken oder aufreißen. Für eine robuste Abdeckung sind dort Plugging oder Füllen die bessere Lösung.
7. Spielt die Dicke der Lötstoppmaske eine Rolle? Ja. Ist die Maske zu dick, also über 1,5 mil, kann sie den Schablonendruck bei Fine-Pitch-Bauteilen stören und verhindern, dass die Schablone sauber auf dem Pad abdichtet. Ist sie zu dünn, also unter 0,5 mil, reicht die elektrische Isolation womöglich nicht aus.
8. Wie verhindere ich Lötbrücken über das Schablonendesign, wenn keine Stege vorhanden sind? Wenn wegen feinem Pitch Gang Relief erforderlich ist, muss die Schablonenapertur reduziert werden. Üblich ist eine Verringerung der Aperturfläche um 10 bis 20 % oder ein Fensterdesign, um das Volumen der Lotpaste zu begrenzen und Brücken über der geöffneten Zone zu vermeiden.
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Glossar
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Lötstoppmaske | Schutzbeschichtung auf der Leiterplatte, die Kupferleiter isoliert und Lötbrücken verhindert. |
| Steg (Web) | Streifen aus Lötstoppmaterial, der zwischen zwei benachbarten Kupferpads stehen bleibt. |
| Freistellung | Abstand zwischen Padkante aus Kupfer und Kante der Lötstoppöffnung. |
| NSMD | Non-Solder Mask Defined. Die Maskenöffnung ist größer als das Kupferpad. |
| SMD | Solder Mask Defined. Die Maskenöffnung ist kleiner als das Kupferpad und bedeckt die Padkante. |
| LDI | Laser Direct Imaging. Hochpräzises Belichtungsverfahren für Lötstoppmasken mit engeren Toleranzen als Fotofilm. |
| Gang Relief | Entfernen von Lötstoppstegen zwischen einer Gruppe fein gepitchter Pads, sodass eine einzige große Öffnung entsteht. |
| Sliver | Sehr schmales Stück Lötstoppmaske oder Kupfer. Maskensliver unter 3 mil neigen zum Ablösen und Abblättern. |
| Registrierung | Ausrichtungsgenauigkeit der Lötstoppmaskenlage relativ zur Kupferlage. |
| Tenting | Abdecken eines Via-Lochs mit Lötstoppmaske, ohne es zu füllen. |
| Übergriff | Fehlregistrierte Maske überlappt ein Kupferpad, das gelötet werden soll. |
| LPI | Liquid Photoimageable. Der Standardtyp von Lötstoppmaskenlack in der modernen PCB-Fertigung. |
Fazit
solder mask clearance and dam rules lassen sich am sichersten beherrschen, wenn Spezifikationen und Validierungsplan früh feststehen und anschließend per DFM und Testabdeckung bestätigt werden.
Nutzen Sie die oben genannten Regeln, Prüfpunkte und Fehlermuster, um Iterationsschleifen zu verkürzen und die Ausbeute mit steigendem Volumen zu schützen.
Wenn bei einer Randbedingung Unsicherheit besteht, sollte sie vor dem Serienrelease mit einem kleinen Pilotlos verifiziert werden.